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2 Door Cinama Club Live in der Roten Fabrik Zürich

Eine meiner vielen guten Vorsätze kultureller Natur (es sind nicht so viele, eigentlich nur “Mehr Kultur 2010″ und darunter passt ja so einiges) wurde gestern Abend umgesetzt und ich war bei “2 Door Cinema Club” aus Nordirland im Restaurant der Roten Fabrik Zürich. Ich war noch nie in der Roten Fabrik gewesen, wunderschön da.

2 Door Cinema Club laufen auf FM4 rauf und runter und haben schon eine recht fette Tour geplant, teilweise als Vorband von Phoenix, was sehr gut passt und das obwohl erst am 1.3.2010 die CD erscheint – also das Ganze scheint recht gut zu laufen für die Jungs.
Es sind wirklich Jungs, der Drummer und der Sänger sehen aus wie max. 20, der “Manager” wie 19, aber alle sehr britisch ordentlich in Hemd (und Jackett) unterwegs, sehr charmant. Oft sprechen junge Bands nicht mit dem Publikum, nicht so hier. Bitteschön wird zwar mit dankeschön verwechselt, aber die Tatsache, dass die A-Levels noch nicht so lange her waren, hat ja auch seine Vorteile – die üblichen Floskeln gab es auf Deutsch. Die Musik ist eine Mischung aus den Teenagers, Phoenix, Whitest Boy Alive (wegen der sehr hohen Stimme des Sängers) und das ganze mit etwas mehr Gitarre. Das Nordenglische Irisch (oder was sprich man in Nordirland?) ist live gesungen komplett unverständlich. Das Konzert selbst recht kurz (klar, nur eine CD und die noch nicht mal draußen), aber einige der Lieder haben echte Hitqualitäten; da müsste schon einiges schief gehen, wenn aus denen nichts wird. Ich versuche mal noch, ein Foto zu posten, aber ich weiß nicht, ob die gut genug geworden sind. Ein sehr gutes Konzert!

P.S.: Das einzig nervige waren die immer bei kleinen Konzerten präsenten männlichen Zwangstänzer, aber dafür kann weder die Band noch der Veranstalter etwas. Es sind immer so 4-5 vorne vor der Bühne und es gibt meiner Ansicht nach zwei Arten: die einen mit Lederketten um den Hals, “sportliche T-Shirts” und gerne eine Oakley-Brille als Sehhilfe. Die anderen tragen einen Pete-Doherty Hut in uncool, keine Frisuren und haben insgesamt ihren Style noch nicht gefunden. Beide tanzen wie Derwische, gerne auch in Richtung Publikum, machen Trommelwirbel in die Luft, tun so als ob sie den Text eigentlich schon kennen und können und schwitzen dabei stark. Braucht kein Mensch. Die armen Bands! So, das musste auch mal gesagt werden.

MELT! 2008 – Ist denn schon Schneeschmelze?

Bekanntermaßen schmilzt Schnee noch schneller, wenn es nicht nur warm ist, sondern auch darauf regnet. Das stellt man ab und an bei unerfreulichen Snowboardurlauben fest.  Das MELT! soll eigentlich unterschiedliche Musikstile verschmelzen, glaube ich, und das am besten bei sommerlicher Hitze mit rumlümmeln. Nicht so am letzten Wochenende. Das Musikstilverschmelzen hat meiner Ansicht nach gut geklappt, nur die Sonne hatte eine Verweildauer von max. 45 Minuten am Stück. Danach kam dann wieder ein Regenguss bzw. ein Gewitter und das MELT! verschwand kurze Zeit im Regen. Allerdings war das nicht ganz so schlimm, denn: die Fläche vor der Hauptbühne ist geteert, die 2. Bühne überdacht, meine Schuhe haben gehalten und es gab eine INTRO Lounge und überdachte Bierstände. Außerdem hat es ja auch immer wieder aufgehört. Zu meinem richtigen MELT! Bericht unter dem wunderschönen Bild (wenn Du drauf klickst, siehst Du noch viel mehr) unten! Und Thorsten, sehr schade, dass Du nicht da warst :(

Überblick Main Stage

Location: Ich war das erste Mal auf dem MELT! (deswegen fand ich es wohl auch schön, denn die taz, das jetzt und einige andere zerreißen ja alles) und wahrscheinlich haben schon ganz viele über die Location Ferropolis geschwärmt, aber es ist perfekt für ein Festival. Ein See, in dem man baden kann bei gutem Wetter,  mehrere Bühnen, Wiesen zum Zelten am See entlang und doch weit genug vom Gelände weg, wenn man schlafen möchte. Die Bagger, das Licht, die Kulisse. Wunderschön, nur zu wenige Klos. Siehe unten im P.S.!

Stylo

Bands / Musik: Zu den Editors gehe ich nicht mehr, die haben mir live zu wenig Wumms. Stereo MCs waren grandios, der Typ spinnt, die neue Platte verspricht Gutes. Franz Ferdinand hatte schon lange nicht mehr gespielt, die neuen Lieder klangen gut. sie waren aber schon kommunikativer. Dûné aus Dänemark mit einem total durchgeknallten Keyboarder waren super, in The Teenagers bin ich jetzt etwas verliebt, Klee fand ich schrecklich, die Frau ist mir viel zu esoterisch. Peter Licht & Kate Nash gingen leider im Regen unter, Superpunk waren nett, aber sehr Hamburg (München ist doof ist schon ein bißchen durch, finde ich), Zoot Woman war mir etwas zu poppig. Bei den Türen war ich schon sehr müde, Why? fand ich sehr fein, Whitest Boy Alive waren gleichzeitig mit Stereo MCs (glaube ich), man kam wohl auch nicht rein und sie fanden ohne mich statt. The Notwist waren wie erwartet sehr schön und unkommunikativ. Die Lichtshow mit den Baggern grandios, das Feuer hätte man sich sparen können. Am Sonntag waren wir nicht mehr da (Get Well Soon, Björk & Hot Chip ohne uns).  Habe ich jemanden vergessen?

Stylo

Leute: Holland, Irland, England, Schweiz, Österreich, Schweden & Deutschland waren da. So ungefähr. Alle waren stylish und nicht funktional (Ballerinas, Tops, Shorts und Leggins in allen Varianten – eigentlich wie Stockholm). Ich hatte schon Angst, mein Outfit ginge gar nicht aka zu funktional, aber ich habe dann die ganz funktionalen Sachen einfach weggelassen. Alle sehr umgänglich, freundlich, indie und natürlich betrunken. Dem Depp im Zelt neben uns muss ich mal noch eine reinhauen.

10 Minuten Sonne
P.S. an die Veranstalter: Toiletten nachts zu schließen ist eine saublöde Idee. Es hilft auch, Schotter oder Mulch auf Wege zu werfen, wo tausende laufen bzw. fahren sollen. Und mehr Busse wären fein gewesen.

Beck in der Berliner Columbiahalle

Ganz spontan habe ich von meiner lieben Kollegin Susanne über meinen lieben Kollegen Oli am Freitag eine Beckkarte bekommen – Susanne ist für die Arbeit in den USA und musste länger bleiben. Ich kam also ein bißchen Jungfrau-zum-Kinde-mäßig auf ein Beck Konzert – und der Bericht folgt jetzt, Tage später! Entschuldige, Susi.

Ich mag Beck, würde mich aber nicht als Beck-Fan bezeichnen. Die Scientology Berichterstattung vorab hatte allerdings etwas genervt. Ich war etwas unsicher, weil ich nicht wusste, ob ich soviel kennen würde, aber die Sorge war unberechtigt. Ich konnte sogar Texte! Damit meine ich übrigens nicht “Looser” (das hätte ich mir an Becks Stelle gespart, aber vielleicht würde ihm das der eine oder andere Fan übel nehmen). Beck ist ein kleines, seltsam schnurgeliges Musikgenie. Er kann glaube ich so ziemlich alles und das merkt man dem Konzert dann auch an. Er zaubert alle möglichen unterschiedlichen Musikstile zusammen, zum Teil klingt das nach HipHop, dann nach Elektro und dann nach Bombast, aber alles sehr gut. Dabei ist er recht distanziert, aber man nimmt es ihm ab: er ist einfach nicht gerade der Typ Pigeon Detectives Lead Sänger, sondern eher etwas introvertierter. Arrogant kommt er jedenfalls nicht rüber, und er verkauft sich etwas unter Wert und ja, auch wir hier kennen schon die Rayban Wayfarer.

Vielen Dank, Susi, der Herr Beck fällt definitiv in die Kategorie “Empfehlenswert”. Ich revanchiere mich!

Beck mit Wayfarer

The Pigeon Detectives live im Lido Berlin oder: was ist ein guter Frontmann wert

Gestern haben wieder die Pigeon Detectives im Lido gespielt – wieder, weil sie vor nicht allzu langer Zeit sowohl im White Trash (dank Motor FM) als auch im Lido in Berlin gespielt hatten. Für mich war es übrigens das erste Nichtraucher Konzert – das ist als Nichtraucherin sehr angenehm. Eigentlich war ich mir nach dem ersten Konzert sicher, dass sie THE NEXT BIG THING werden. Dann kam ihre erste Platte und sie klang nicht halb so energiegeladen wie die PGs live. Ich konnte daher verstehen, dass die Platte nicht so durchgestartet ist, wie ich es nach meinem ersten Konzert erwartet hätte. Sie klang etwas langweilig, schade. Zudem wurden sie von The Wombats mit Karacho rechts (auch Engländer) überholt. Arme PGs! Jetzt kommt im Mai die zweite Platte (“Emergency” – so heißt auch die erste, deutsche Single), die ersten Lieder daraus klangen gestern gut, etwas melodischer, und ich hoffe, sie haben sie dieses Mal besser eingespielt und abgemischt. Ich drücke beide Daumen.

Zum Konzert: wer die PGs live sehen kann, sollte das unbedingt tun, denn der Frontmann (ich glaube, er heißt Jimmi Naylor) ist spitze: er springt, schleudert das Mikro, reckt und turnt am Mikrophonständer, hüpft, versprüht Wasser, reißt an seinem T-Shirt und hat einen traumhaften Akzent (die PGs kommen aus Leeds, in Enland sind alle Konzerte immer ausverkauft, da hat sich Jimmi schon rumgesprochen). Dieses Mal war die Show an sich etwas lieblos: kein Support dabei, keine T-Shirts, keine Zugaben. Dafür aber sehr gute Unterhaltung, guter Sound und die Hoffnung, dass sie mit dem nächsten Album THE NEXT NEXT BIG THING werden. So viel Bühnensport sollte belohnt werden. Mehr Bilder gibt es hier!

The Pigeon Detectives Live