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MELT! 2008 – Ist denn schon Schneeschmelze?

Bekanntermaßen schmilzt Schnee noch schneller, wenn es nicht nur warm ist, sondern auch darauf regnet. Das stellt man ab und an bei unerfreulichen Snowboardurlauben fest.  Das MELT! soll eigentlich unterschiedliche Musikstile verschmelzen, glaube ich, und das am besten bei sommerlicher Hitze mit rumlümmeln. Nicht so am letzten Wochenende. Das Musikstilverschmelzen hat meiner Ansicht nach gut geklappt, nur die Sonne hatte eine Verweildauer von max. 45 Minuten am Stück. Danach kam dann wieder ein Regenguss bzw. ein Gewitter und das MELT! verschwand kurze Zeit im Regen. Allerdings war das nicht ganz so schlimm, denn: die Fläche vor der Hauptbühne ist geteert, die 2. Bühne überdacht, meine Schuhe haben gehalten und es gab eine INTRO Lounge und überdachte Bierstände. Außerdem hat es ja auch immer wieder aufgehört. Zu meinem richtigen MELT! Bericht unter dem wunderschönen Bild (wenn Du drauf klickst, siehst Du noch viel mehr) unten! Und Thorsten, sehr schade, dass Du nicht da warst :(

Überblick Main Stage

Location: Ich war das erste Mal auf dem MELT! (deswegen fand ich es wohl auch schön, denn die taz, das jetzt und einige andere zerreißen ja alles) und wahrscheinlich haben schon ganz viele über die Location Ferropolis geschwärmt, aber es ist perfekt für ein Festival. Ein See, in dem man baden kann bei gutem Wetter,  mehrere Bühnen, Wiesen zum Zelten am See entlang und doch weit genug vom Gelände weg, wenn man schlafen möchte. Die Bagger, das Licht, die Kulisse. Wunderschön, nur zu wenige Klos. Siehe unten im P.S.!

Stylo

Bands / Musik: Zu den Editors gehe ich nicht mehr, die haben mir live zu wenig Wumms. Stereo MCs waren grandios, der Typ spinnt, die neue Platte verspricht Gutes. Franz Ferdinand hatte schon lange nicht mehr gespielt, die neuen Lieder klangen gut. sie waren aber schon kommunikativer. Dûné aus Dänemark mit einem total durchgeknallten Keyboarder waren super, in The Teenagers bin ich jetzt etwas verliebt, Klee fand ich schrecklich, die Frau ist mir viel zu esoterisch. Peter Licht & Kate Nash gingen leider im Regen unter, Superpunk waren nett, aber sehr Hamburg (München ist doof ist schon ein bißchen durch, finde ich), Zoot Woman war mir etwas zu poppig. Bei den Türen war ich schon sehr müde, Why? fand ich sehr fein, Whitest Boy Alive waren gleichzeitig mit Stereo MCs (glaube ich), man kam wohl auch nicht rein und sie fanden ohne mich statt. The Notwist waren wie erwartet sehr schön und unkommunikativ. Die Lichtshow mit den Baggern grandios, das Feuer hätte man sich sparen können. Am Sonntag waren wir nicht mehr da (Get Well Soon, Björk & Hot Chip ohne uns).  Habe ich jemanden vergessen?

Stylo

Leute: Holland, Irland, England, Schweiz, Österreich, Schweden & Deutschland waren da. So ungefähr. Alle waren stylish und nicht funktional (Ballerinas, Tops, Shorts und Leggins in allen Varianten – eigentlich wie Stockholm). Ich hatte schon Angst, mein Outfit ginge gar nicht aka zu funktional, aber ich habe dann die ganz funktionalen Sachen einfach weggelassen. Alle sehr umgänglich, freundlich, indie und natürlich betrunken. Dem Depp im Zelt neben uns muss ich mal noch eine reinhauen.

10 Minuten Sonne
P.S. an die Veranstalter: Toiletten nachts zu schließen ist eine saublöde Idee. Es hilft auch, Schotter oder Mulch auf Wege zu werfen, wo tausende laufen bzw. fahren sollen. Und mehr Busse wären fein gewesen.

The Editors Live – in der Arena Wien am 24.03.2008

Ich mag Hymnen – daher mag ich auch noch immer U2 (jetzt stöhnen einige auf), The Killers und eben auch The Editors. Diese haben gestern in der Arena Wien gespielt, Vorband war die Moebius Band (Bilder folgen!). Eigentlich haben The Editors sehr viele Hits und da die Stimme des Frontmanns Tom Smith ist so markant, dass das Konzert eigentlich gut werden musste. Eigentlich. Das Problem war: Tom spricht nicht mit dem Publikum. Das ist an sich nicht schlimm, wenn das Konzert durch einen mitnehmende Musik angetrieben wird, wie die Musik der Editors es ist, ähnlich wie Bloc Party bei Silent Alarm. Eigentlich.

The Editors Arena WienDie Arena Wien hat auch einen OK Sound, aber ich weiß nicht, was die Tontechniker gemacht haben. Lead Stimme und Schlagzeug waren wunderbar zu hören, aber wo waren Gitarre und Bass?! ich musste mich anstrengen, beides zu hören – und wir reden hier ja von gitarrenlastiger Musik. Deswegen war das Konzert für mich zwar nett und schön, aber mitgerissen hat es mich nicht und auch das Publikum war verhältnismäßig zurückhaltend. Naja, spannender als Tatort war es! Nicht Euer Fehler, zumindest nicht ganz, liebe Editors. Vielleicht etwas sprechen und vorher dem Techniker erklären: Fette Gitarre, bitte! Leider fällt mir daher auch nicht mehr ein außer dass es… (nett war…) :( … und NETT ist ein 4-letter-word, also nehme ich es lieber nicht.

PS: Ich höre auf meine treuen Leser und so ist mir Toubs Wunsch Befehl: Sonntagabends sind Konzerte ja immer so eine Sache (Ostermontag gilt als Sonntag!), weil man da eher im Tatortmodus als im Konzertmodus ist. Also haben wir uns bei der Vorband auf die Stufen hinten gesetzt. Zum Konzert wollten wir aufstehen, vor und hinter uns saßen auch noch alle. Als The Editors dann begonnen haben, standen unsere Vordermänner auf und wir waren auch schon dabei aufzustehen, als von hinten unsere Vordermänner scharf darauf hingewiesen, dass dies ja der Sitzbereich sei. Dieser Ansage konnte man nichts entgegnen, denn tatsächlich saßen ALLE auf den Stufen. Bei einem Indie-Rock-Konzert. Mein erstes (und sicher auch einziges freiwilliges) Indie-Sitz-Konzert. Andere Länder, andere Sitten.