Bekanntermaßen schmilzt Schnee noch schneller, wenn es nicht nur warm ist, sondern auch darauf regnet. Das stellt man ab und an bei unerfreulichen Snowboardurlauben fest. Das MELT! soll eigentlich unterschiedliche Musikstile verschmelzen, glaube ich, und das am besten bei sommerlicher Hitze mit rumlümmeln. Nicht so am letzten Wochenende. Das Musikstilverschmelzen hat meiner Ansicht nach gut geklappt, nur die Sonne hatte eine Verweildauer von max. 45 Minuten am Stück. Danach kam dann wieder ein Regenguss bzw. ein Gewitter und das MELT! verschwand kurze Zeit im Regen. Allerdings war das nicht ganz so schlimm, denn: die Fläche vor der Hauptbühne ist geteert, die 2. Bühne überdacht, meine Schuhe haben gehalten und es gab eine INTRO Lounge und überdachte Bierstände. Außerdem hat es ja auch immer wieder aufgehört. Zu meinem richtigen MELT! Bericht unter dem wunderschönen Bild (wenn Du drauf klickst, siehst Du noch viel mehr) unten! Und Thorsten, sehr schade, dass Du nicht da warst
Location: Ich war das erste Mal auf dem MELT! (deswegen fand ich es wohl auch schön, denn die taz, das jetzt und einige andere zerreißen ja alles) und wahrscheinlich haben schon ganz viele über die Location Ferropolis geschwärmt, aber es ist perfekt für ein Festival. Ein See, in dem man baden kann bei gutem Wetter, mehrere Bühnen, Wiesen zum Zelten am See entlang und doch weit genug vom Gelände weg, wenn man schlafen möchte. Die Bagger, das Licht, die Kulisse. Wunderschön, nur zu wenige Klos. Siehe unten im P.S.!
Bands / Musik: Zu den Editors gehe ich nicht mehr, die haben mir live zu wenig Wumms. Stereo MCs waren grandios, der Typ spinnt, die neue Platte verspricht Gutes. Franz Ferdinand hatte schon lange nicht mehr gespielt, die neuen Lieder klangen gut. sie waren aber schon kommunikativer. Dûné aus Dänemark mit einem total durchgeknallten Keyboarder waren super, in The Teenagers bin ich jetzt etwas verliebt, Klee fand ich schrecklich, die Frau ist mir viel zu esoterisch. Peter Licht & Kate Nash gingen leider im Regen unter, Superpunk waren nett, aber sehr Hamburg (München ist doof ist schon ein bißchen durch, finde ich), Zoot Woman war mir etwas zu poppig. Bei den Türen war ich schon sehr müde, Why? fand ich sehr fein, Whitest Boy Alive waren gleichzeitig mit Stereo MCs (glaube ich), man kam wohl auch nicht rein und sie fanden ohne mich statt. The Notwist waren wie erwartet sehr schön und unkommunikativ. Die Lichtshow mit den Baggern grandios, das Feuer hätte man sich sparen können. Am Sonntag waren wir nicht mehr da (Get Well Soon, Björk & Hot Chip ohne uns). Habe ich jemanden vergessen?
Leute: Holland, Irland, England, Schweiz, Österreich, Schweden & Deutschland waren da. So ungefähr. Alle waren stylish und nicht funktional (Ballerinas, Tops, Shorts und Leggins in allen Varianten – eigentlich wie Stockholm). Ich hatte schon Angst, mein Outfit ginge gar nicht aka zu funktional, aber ich habe dann die ganz funktionalen Sachen einfach weggelassen. Alle sehr umgänglich, freundlich, indie und natürlich betrunken. Dem Depp im Zelt neben uns muss ich mal noch eine reinhauen.

P.S. an die Veranstalter: Toiletten nachts zu schließen ist eine saublöde Idee. Es hilft auch, Schotter oder Mulch auf Wege zu werfen, wo tausende laufen bzw. fahren sollen. Und mehr Busse wären fein gewesen.



